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Thomas Grimm

Flüssiggas

Flüssiggas

Flüssiggas ist ein fossiler Brennstoff, d.h. er ist in Millionen von Jahren durch Sedimentablagerungen organischer Substanzen unter Luftabschluß und hohem Druck als Bestandteil von Rohöl entstanden.
Nachfolgend finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Flüssiggas:


- Heizen mit Flüssiggas
- Lagerung von Flüssiggas
- Umrechnung von Flüssiggaspreisen
- Flaschengas - die mobile Energie
- Herstellung von Flüsiggas
- Eigenschaften von Flüssiggas

Heizen mit Flüssiggas

Eine moderne Flüssiggasheizung ist sicher, sauber und komfortabel. Das Flüssiggas wird in Stahltanks gelagert, die entweder erdgedeckt oder oberirdisch aufgestellt werden können. Abhängig vom Jahresenergiebedarf stehen für den privaten Bedarf unterschiedliche Tankgrößen zur Verfügung. Es empfiehlt sich, die Tankgröße auf den Jahresbedarf abzustimmen, um nicht im Winter auf Lieferungen angewiesen zu sein.

Die Lieferung von Flüssiggas erfolgt, ähnlich wie beim Heizöl, durch Tankwagen. Allerdings muß Flüssiggas stetig unter Druck gehalten werden (ca. 8 bar). Dieser Umstand erfordert einen höheren Transport- und Betankungsaufwand als beim Heizöl. Während des Betankens müssen Sicherheitsauflagen eingehalten werden.

Für ein neu gebautes Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von ca. 120m² und 4 Personen sollte man ein Tankvolumen von ca. 3000 Litern vorsehen (entspricht ca. 2000 Litern Heizöl). Nachfolgende Tabelle zeigt die gängigen Tankgrößen an.

Inhalt Füllmenge Länge Durchmesser
1,2 t 2350 2,5 1,25
2,1 t 4120 4,3 1,25
2,9 t 5440 5,5 1,25




Lagerung von Flüssiggas

Flüssiggas wird in Druckbehältern gelagert. Dies können Gasflaschen sein (für Gewerbe, Kochen, Camping usw.) oder auch größere Flüssiggastanks, die im Garten aufgestellt sind oder vollständig im Erdreich eingelassen werden.
Flüssiggasbehälteranlagen müssen durch Sachverständige, Sachkundige und/oder durch autorisierte Fachbetriebe (abhängig von der Art der jeweils durchzuführenden Prüfung) auf einwandfreien Zustand überprüft werden.
Im Umkreis von oberirdischen sowie unterirdischen Gastanks müssen sogenannte "Schutzzonen" eingerichtet werden (definiert in der "Landesverordnung über Feuerungsanlagen, FeuVO). Der explosionsgefärdete Bereich unterteilt sich in einen ständig einzuhaltenden Bereich (Schutzzone "A" sowie einen temporären Bereich (Schutzzone "B"), der nur während der Befüllung einzuhalten ist.

Schutzzone A: Bei oberirdischer Aufstellung 1 Meter kugelförmig um die Füllarmaturen reichende Schutzzone, in der Zündquellen zu vermeiden sind. Bei unterirdischen Tanks beschränkt sich der Bereich auf den Domschacht. Dieser Bereich darf sich nicht auf Nachbargrundstücke oder öffentliche Verkehrsflächen erstrecken.

Schutzzone B: Bei ober- sowie unterirdischer Aufstellung 3 Meter im Radius um die Füllarmaturen reichende Schutzzone. Dieser Bereich darf während der Befüllung von Dritten nicht betreten oder durchfahren werden. Außerdem dürfen sich im Bereich B keine offenen Kanäle, Luftansaugöffnungen, ungeschützte Kanaleinläufe oder Öffnungen zu tiefer liegenden Räumen (Kellerschächte) befinden. Während des Befüllvorganges erweitert sich der Abstand zu o.g. Öffnungen sogar auf einen Radius von 5 Metern (vorhandene Öffnungen müssen während des Betankens abgedeckt werden).
Oberirdisch im Freien aufgestellte Flüssiggas-Behälter müssen zudem, falls in der Umgebung eine Brandlast (Carport, Holzhaus o.ä.) besteht, vor dieser geschützt sein.

Umrechnen von Flüssiggaspreisen

Liter, Kilogramm, Kubikmeter? Der Preis von Flüssiggas läßt sich für den Laien nur schwer mit dem Preis von Heizöl und Erdgas vergleichen. Ein Liter Flüssiggas enthält deutlich weniger Energie als ein Liter Heizöl oder ein m³ Erdgas. Vergleichbar ist jedoch der Preis pro kWh (Wärmeinhalt).
Ein Liter Flüssiggas wiegt 510 Gramm und enthält 6,6 kWh. Zum Vergleich: Ein Liter Heizöl enthält 10 kWh Energie.
Kostet der Liter Flüssiggas 70 Cent, dann ergibt sich ein kWh-Preis von 10,6 Cent. Kostet ein Liter Heizöl 60 Cent, dann beträgt der kWh-Preis 6 Cent. Manche Flüssiggaslieferanten rechnen in Kubikmetern ab. Ein m³ Flüssiggas entspricht 3,93 Litern.

Üblicherweise liegt der Flüssiggaspreis höher als der Heizölpreis, so dass sich eine erhebliche Preisdifferenz zu Ungunsten von Flüssiggas ergibt. In die Entscheidung für einen Brennstoff müssen natürlich noch weitere Faktoren einfließen als der reine Brennstoffpreis: Ölheizungen haben einen höheren Platzbedarf und benötigen einen Schornstein (mit Ausnahme von wandhängenden Öl-Kesselthermen).

Wenn die Entscheidung für die Beheizung mit Flüssiggas gefallen ist, muss man sich entscheiden, ob man sich einen Tank kauft oder mietet. Beides hat Vor- bzw. Nachteile. Beim Kauf eines Tanks fallen wiederkehrende Kosten für die Tankrevisionen an. Der Vorteil: Man bindet sich nicht an einen Flüssiggaslieferanten und zahlt keine Tankmiete (bis zu 25 EUR/Monat!).
Eine Tankmiete geht immer mit einer festen Bindung an den Brennstofflieferanten einher, der den Preis für Brennstoff und Miete festlegt. Sollte innerhalb der Vertragslaufzeit (i.d.R. 10 Jahre) Erdgas vor die Tür gelegt werden (kW/h-Preis incl. Grundgebühren ca. 6 Cent), stellen sich manche Lieferanten quer und pochen auf die 10-jährige Abnahmeverpflichtung.
Interessante Tipps zu diesem Thema finden Sie unter www.fluessiggasboerse.de.

Flaschengas - die mobile Energie

Jeder kennt sie, die grauen oder roten Flüssiggas-Flaschen. Ob beim Camping, im Caravan, beim Hobby oder im Garten beim Grillfest: Flüssiggas ist überall dabei. Flüssiggasflaschen gibt es in verschiedenen Größen: 5 kg, 11 kg und 33 kg.

Die 5 und 11 kg-Flaschen werden hauptsächlich für Gasgeräte mit geringem Verbrauch verwendet, 33 kg-Flaschen dienen für die Versorgung größerer Verbraucher und werden oft zu Flaschenbatterien zusammengeschaltet.
Übrigens: Flaschengas ist teuer, deshalb zur Beheizung von dauerhaft genutzten Räumen nicht zu empfehlen. Beispiel: Eine 11 kg-Flasche enthält 21,6 Liter Flüssiggas. Das entspricht einer Energiemenge von 142 kWh. Bei einem Preis für eine Flaschenfüllung von durchschnittlich 14,00 Euro ergibt sich ein kWh-Preis von ca. 10 Cent ( entspricht einem Heizölpreis von 1 Euro/Liter).

Herstellung von Flüssiggas

Flüssiggas ist kein Produkt, das wie Erdöl oder Kohle gefördert wird. Es ist eher ein Begleitprodukt, das bei der Rohölverarbeitung in Raffinerien oder bei der Erdöl- bzw. Erdgasförderung entsteht. Bei der Gasförderung wird nasses Roh-Erdgas in Kondensat und trockenes Erdgas getrennt. Dem trockenen Erdgas wird danach Kohlendioxid (CO²) und Schwefelwasserstoff entzogen, so daß hauptsächlich Methan (CH4) übrigbleibt. Das Kondensat wird hauptsächlich zu Propan und Butan weiterverarbeitet. Da die verschiedenen Gase unterschiedliche Siedepunkte besitzen, können sie problemlos durch die Variation von Druck und Temperatur getrennt werden.
Noch vor einigen Jahren wurden die bei der Förderung und Verarbeitung freiwerdenden Gase größtenteils abgefackelt. Inzwischen wurde der nutzbare Anteil dieser Gase erheblich gesteigert. Als weitere Quellen zur Flüssiggasgewinnung eignen sich Krackgase, die bei der Verarbeitung von Schwerölen (Kracken) entstehen. Außerdem fällt Flüssiggas als Nebenprodukt bei etlichen chemischen Industrie-Prozessen an.

Eigenschaften von Flüssiggas

Flüssiggas wird international als "Liquified Petroleum Gas" (LPG) genannt. Die Hauptbestandteile von Flüssiggas sind Propan (C3H8) und Butan (C4H10). Propan und Butan sind kettenförmige gesättigte Kohlenwasserstoffe, deren Mischungsverhältnis in Europa unterschiedlich ist. In Deutschland beträgt es ca. 95 : 5, in wärmeren Teilen Europas (z.B. Frankreich) wird ein 45 : 55 -Mischungsverhältnis bevorzugt. Die Gaslieferanten variieren die Zusammensetzung nach der Umgebungstemperatur und Jahreszeit.
Flüssiggas ist im Normalzustand gasförmig, verflüssigt sich jedoch bei einem Druck von ca. 8 bar auf 1/260stel seines gasförmigen Volumens. Das bedeutet, dass aus 1000 Litern (1m³) Gas etwa 4 Liter Flüssiggas werden.
Im Gegensatz zu Erdgas oder Wasserstoff, die leichter als Luft sind, weist Flüssiggas einen Dichtequozienten zu Luft von 1,55 auf. Dies bedeutet, dass Flüssiggas "herunterfällt". Es sammelt sich am Boden, in Vertiefungen und Kellern. Der Betrieb von Flüssiggasanlagen erfordert deshalb geeignete bauliche und lüftungstechnische Maßnahmen, um die Ansammlung gefährlicher Flüssiggasmengen auszuschließen. Reines Flüssiggas ist geruchlos, wird aber zur besseren Wahrnehmung mit einer speziellen Substanz versetzt (odoriert), damit eine Gasleckage wahrgenommen werden kann.





Bundesland: Rheinland-Pfalz
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Thomas Grimm

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